Vortrag: Dr. Flörs
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Darmstadt
Gewaltige Sternexplosionen, sogenannte Kernkollaps-Supernovae, markieren das Ende massereicher Sterne und gehören zu den energiereichsten Ereignissen im Universum. Neben ihrer astrophysikalischen Bedeutung eignen sich Kernkollaps-Supernovae auch als „kosmisches Maßband", um Entfernungen im Universum zu bestimmen. Moderne Strahlungstransport-Modelle erlauben es, aus beobachteten Lichtkurven und Spektren auf die intrinsische Leuchtkraft dieser Explosionen zu schließen. Dadurch können Entfernungen direkt und physikalisch fundiert bestimmt werden, ohne auf andere Entfernungsmessungen angewiesen zu sein. Auf dieser Grundlage lässt sich die Hubble-Konstante, die Expansionsrate des Universums, auf einem neuen, unabhängigen Weg messen. Angesichts der derzeitigen Diskrepanz zwischen verschiedenen Messmethoden bietet dieser Ansatz die Chance, einen wichtigen Beitrag zu einem der spannendsten Probleme der modernen Kosmologie zu leisten.
Astronomie Stiftung Trebur